


Was ist Erfolg? Für manche Menschen das, was sie auf ihrem Kontoauszug sehen – sofern es schwarze Zahlen sind mit ein paar Nullen dahinter. Freilich ist das nicht alles – oder alles ist nichts ohne das Lebensgefühl, sich in seiner Welt und seinen Beziehungen gut zu befinden: Eine Gemeinschaft zu haben, die trägt und auf die man sich verlassen kann, seine Arbeit gut zu machen, das Bewusstsein, etwas Sinnvolles zu tun, seine Begabungen einzusetzen, seine Ziele zu verwirklichen – und bei alldem eine Balance im Leben zu haben.
Wir können auch sagen: Erfolg ist das Gelingen des Lebens, oder das Glück – wie der Kernbegriff der antiken Ethik „eudaimonia“ meist übersetzt wird. Nur schwingt dabei mit, dass ich „Glück haben“ muss, dass mir Dinge oder das Glücken einfach zufallen. Und darauf habe ich doch keinen Einfluss …
Aristoteles sagt: Dieses Gelingen, das Lebensfreude macht, besteht in Aktivität, in gutem Handeln. Das Empfangen ist dabei nicht ausgeschlossen, aber wir sollen unsere Kraft darauf richten, was wir selbst tun können. In diesem Sinn lautet die gängige Definition von Erfolg: seine Ziele erreichen. Auch unter Umständen, die manchmal nicht ideal sind. Das Beste daraus zu machen, ist Kunst – Lebenskunst!
Und wer sich selbst entwickelt und verwirklicht, so dass er als Mensch gut ist, wird mit Leichtigkeit auch Gutes tun. Modern ausgedrückt: Kunst kommt von Können, also Kompetenzen. Fachliche Kompetenzen stehen dabei oft an erster Stelle, aber immer mehr wird anerkannt, wie wichtig kommunikative, soziale und Selbst-Kompetenzen sind. Hierbei geht es um wert-volle Gewohnheiten oder Haltungen, eingeübte Neigungen zum richtigen Reden und Handeln.
So kommt der gegenwärtige Trainingstrend auf die alte philosophische Weisheit zurück, auf das Ideal des Menschen, der vieles kann, weil er an sich selbst arbeitet, und nicht nur etwas bearbeitet.
Wie gelangen wir zu so einer Selbstentwicklung und gesunden Selbstverwirklichung?
Die Erfolgsformel von Lichtkegel zeigt auf, dass drei Schritte dazu führen:
Das erste, was nötig ist, ist mich selbst zu erkennen: Kompetenzen und Charakter, meine Schwächen und Gefahren, aber mehr noch die Stärken und Werte. Das altgriechische Motto von Delphi „Erkenne dich selbst!“ verwirklichen wir mit modernen Instrumenten, die den Ist-Zustand aufzeigen.
Doch dazu muss eine Vision kommen: eine Sicht auf das, wohin ich in meinem Leben gelangen will. Sobald ich weiß, wo ich stehe und wohin ich möchte, habe ich eine Richtung: Orientierung. Der Visionszeitraum umfasst mindestens fünf Jahre, wo schon einiges davon abhängt, dass ich auch Glück habe. Dass sich Chancen eröffnen, dass mich andere Menschen fördern usw. Aber wenn ich die Richtung weiß, werde ich sich eröffnende Möglichkeiten auch wahr-nehmen.
Drittens muss ich Methoden beherrschen, die mich Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung bringen. Also systematisch planen und konsequent umsetzen.
Die Erfolgsformel als Analyseinstrument zeigt, bei welchem der drei Schritte zum Erfolg anzusetzen ist, um die größte Wirkung zu erzielen. Damit das Leben gelingt!
© Markus Riedenauer
Kennen Sie das? Ihre Arbeit ist Ihnen wichtig, Sie planen Ihre beruflichen Aktivitäten und leisten viel. Zugleich wissen Sie, dass Ihr Leben nicht nur in der Arbeit Erfüllung findet, dass Sie noch andere Interessen, Potenziale und Verpflichtungen haben, etwa in der Familie.
Sie haben schon einiges über "work-life-balance" gehört - aber in der täglichen und wöchentlichen Praxis passiert es immer wieder, dass der private Bereich zu kurz kommt. Auf die Dauer nagt das an Ihrer Zufriedenheit und Motivation.
Woran liegt das und was hilft zu besserer Lebensbalance?
Nun liegt eine Ursache des Problems vielleicht darin, dass Sie zu wenig differenzierte Begriffe verwenden, wenn Sie über Ihr Leben nachdenken und Ihre Zukunft planen. Wir sind ja alle daran gewöhnt, zwischen „Arbeit“ und „Freizeit“, „Beruf“ und „Privatem“ zu unterscheiden. Das ist als Erbe der Industrialisierung ein typisch "westliches" Denken. Doch es hat zur Folge, dass ganz verschiedene Dinge im sogenannten Privatbereich vermischt werden, etwa Haushalt und Körperpflege, Erholung und Sport, Lesen und Musik, Partnerschaft und Familie, ehrenamtliches Engagement z.B. in einem Verein, Information und Weiterbildung, Spiritualität, Pflege von Freundschaften und vieles mehr. Manches davon ist auch eine Arbeit(wenngleich unbezahlt). Wenn all das unter die Freizeitaktivitäten gerechnet wird, kommen die wirklich privaten Anliegen, die Muße, das Nachdenken und die Rekreation immer wieder zu kurz. Besonders Mütter, die meistens auch die Hauptlast des Haushaltsmanagements und der Kindererziehung tragen, haben dann oft für sich selbst keine Zeit mehr.
Um aus dieser Falle heraus zu kommen, empfiehlt Ihnen Lichtkegel, die Freizeit oder das Private in drei Lebensbereiche zu gliedern: Aktivitäten für Familie oder die tragenden Beziehungen, für die Erfüllung des Lebenssinns und die Gemeinschaft, sowie für die Selbstsorge - die Freizeit im engeren und eigentlichen Sinn. Zusammen mit dem Beruf oder der Erwerbsarbeit haben Sie dann vier Lebensbereiche, die Sie separat reflektieren und planen. Dann kommen Sie selbst mit Ihrem leiblichen, seelischen und geistigen Wohlbefinden besser auf Ihre Rechnung!
Überlegen Sie einmal, welche Ziele, Interessen und Aktivitäten außerhalb des Berufs in welche der drei neuen Kategorien passen und schreiben Sie das auf. Hier finden Sie ein paar Beispiele:
Zu „Familie und tragende Beziehungen“ könnte gehören, dass Sie eine neue Küche kaufen und einrichten, mit Ihrer Tochter zusammen Schlittschuhlaufen oder jeden Sonntag ein ausführliches und gutes Paargespräch mit Ihrem Lebenspartner bzw. Ihrer Partnerin führen.
Bei „Pflege von Sinn und Gemeinschaft“ könnte die Übernahme einer Verantwortung in einem Verein stehen, der sich z.B. für Menschenrechte oder Naturschutz einsetzt. Eine spirituelle Praxis zu lernen und regelmäßig auszuüben, wäre wichtig, um mit Ihrem Lebenssinn und der höchsten Kraftquelle in lebendigem Kontakt zu bleiben.
Unter „Selbstsorge oder Freizeit“ würden Sie aufschreiben, was Ihnen selbst gut tut, seelisch und körperlich: kulturelle Aktivitäten wie Musik machen oder genießen, eine neue Sprache erlernen oder wöchentlich schwimmen gehen.
In diesen Bereichen verwirklichen Sie auch Ihre Werte. Und damit das genügend Zeit und Spielraum erhält, sollten Sie entsprechende Ziele und Aktivitäten einplanen - am besten in Ihrer Jahres- und Monatsplanung. Das mit den beruflichen Aufgaben abzustimmen, ist die hohe Kunst der Lebensbalance, ist Lebenskunst!
© Markus Riedenauer